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Erstellt 12.02.09, 09:15h, aktualisiert 13.02.09, 13:49h / Kölner Stadtanzeiger

Polizei erzielt erste Erfolge

 

Die australische Polizei hatte nach den Buschfeuern mehrere Verdächtige festgenommen. Nun wird ein Mann angeklagt, der in der Nähe von Churchill einen Brand gelegt haben soll. Währenddessen geht die Bergung der Leichen nur mühsam voran.

Katastrophe_04Auf der Suche nach den Toten: Mitarbeiter eines forensischen Teams der Polizei in der Nähe von Kinglake.

(Bild: dpa)

 

 

 

 

 

 

 

 

STEELS CREEK/SYDNEY - Nach den schwersten Buschfeuern in der Geschichte Australiens haben die Behörden gegen einen Mann Anklage wegen Brandstiftung mit Todesfolge erhoben. Der Angeschuldigte habe in der Nähe der Stadt Churchill im Bundesstaat Victoria einen Brand gelegt, bei dem 21 Menschen ums Leben gekommen seien, teilte die Polizei am Freitag mit. Der nach Medienberichten psychisch gestörte Mann erschien zur Anklageerhebung nicht im Gericht. Die Kammer ordnete eine psychiatrische Untersuchung an. Weiter hieß es, der mutmaßliche Brandstifter sei aus Sicherheitsgründen nach Melbourne gebracht worden.

 Im Bundesstaat Victoria wird Brandstiftung mit bis zu 25 Jahren Haft geahndet. Für das Legen von Buschfeuern drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

 Bslang sind im Katastrophengebiet 181 Leichen geborgen worden. Die Zahl der Opfer dürfte aber über 200 steigen. Allein in niedergebrannten Stadt Marysville werden noch 50 bis 100 Tote vermutet.

 Gleichzeitig verdichtete sich der Verdacht, dass das tödliche Feuer, das die Ortschaft Marysville nördlich von Melbourne zerstörte, wahrscheinlich auch mit Absicht gelegt worden war. Die Behörden befürchten, dass dort am Wochenende 100 der 500 Einwohner qualvoll verbrannten. Die Polizei nahm zwei weitere mutmaßliche Brandstifter fest. Premierminister Kevin Rudd kündigte im Parlament einen Trauertag an.

 Die Polizei hat Marysville zum Zorn vieler Einwohner abgeriegelt, um zunächst die verkohlten Leichen zu bergen. "In manchen Fällen ist es schwierig, die Leute zu identifizieren, weil nicht mal klar ist, ob es sich am Fundort um eine oder zwei Leichen handelt", sagte Polizeisprecher Steve Fontana. Über der Ortschaft hingen noch dicke Rauchwolken und der Gestank von Verbranntem lag in der Luft, berichteten Augenzeugen. Der Premierminister des betroffenen Bundesstaates Victoria, John Brumby, verteidigte die Absperrung der Ortschaft: "Wenn die Menschen dorthin zurückkehrten und in den Häusern Leichen fänden, wäre das ein schreckliches Trauma", sagte er.

 Die beiden Festgenommenen seien angezeigt worden, sagte Polizeisprecher Simon Overland. Sie hätten sich "verdächtig benommen", seien aber nicht "in flagranti" erwischt worden. "Wir bitten alle Einwohner, verdächtiges Verhalten zu melden", sagte Polizeichefin Christine Nixon. Unterdessen räumte Brumby Fehler ein: Viele Menschen seien nicht früh genug vor der herannahenden Feuerwalze gewarnt worden, weil die Telefonnetze überlastet waren, sagte er. In Zukunft würden auch SMS an Handys versendet.

 Insgesamt meldete die Feuerwehr am Donnerstag noch zwölf große Brände. Nach Angaben von Nixon sind die Brandstifter auch nach dem verheerenden Wochenende mit den vielen Toten weiter aktiv. "Jeder normale Mensch wäre entsetzt, aber es gibt Anhaltspunkte dafür", sagte sie. Rund 125 Beamte ermittelten auf Hochtouren. Soziologen meinen, dass die Brände vor allem von jungen Leuten gelegt werden, die sich wichtig tun wollen oder von Benachteiligten, die sich an der Gesellschaft rächen wollen.

 Bis Ende der Woche sollen Fahndungsbilder von verdächtigen Brandstiftern veröffentlicht werden. Die Polizei verfolgt auch Plünderer, die sich nach Angaben von Einwohnern über verlassene Häuser hermachten. Am vergangenen Wochenende wurden 5000 Menschen obdachlos, 1 200 Häuser wurden zerstört und fast eine halbe Million Hektar Land brannten ab.

Ein freiwilliger Feuerwehrmann, der die ganze Woche bei den verheerenden Bränden in Einsatz war, kam bei einem Feuer in seinem eigenen Haus ums Leben. Russell Pitt konnte von seinen Kollegen in Melbourne nur noch tot geborgen werden, berichtete die Feuerwehr am Donnerstag. "Es ist einfach nicht fair, nach allem, was er geleistet hat, und dann liegt er im Bett (und stirbt). Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist", sagte Feuerwehrsprecher Peter Smith. (dpa/Reuters)

 

 

Erstellt 12.02.09, 10:04h, aktualisiert 12.02.09, 12:22h / Kölner Stadtanziger

Australiens Buschfeuer
Zwei Brandstifter festgenommen

 

Noch immer kämfen hunderte Feuerwehrmänner gegen die verheerenden Flammen in Australien, während Spezialtrupps in den verkohlten Häusern nach Leichen suchen. Die Polizei hat inzwischen zwei mutmaßliche Brandstifter verhaftet.

SYDNEY - Nach den verheerenden Buschbränden in Australien hat die Polizei zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Gleichzeitig verdichtete sich der Verdacht, dass das tödliche Feuer, das die Ortschaft Marysville nördlich von Melbourne zerstörte, wahrscheinlich mit Absicht gelegt worden war. Die Behörden befürchten, dass dort am Wochenende 100 der 500 Einwohner qualvoll verbrannten. Premierminister Kevin Rudd kündigte im Parlament einen Trauertag an. Nach offiziellen Angaben kamen 181 Menschen ums Leben, doch haben die Behörden die Sorge, dass die Zahl auf weit über 200 steigen wird.

 Die Polizei hat Marysville zum Zorn vieler Einwohner abgeriegelt, um zunächst die verkohlten Leichen zu bergen. "In manchen Fällen ist es schwierig, die Leute zu identifizieren, weil nicht mal klar ist, ob es sich am Fundort um eine oder zwei Leichen handelt", sagte Polizeisprecher Steve Fontana. Über der Ortschaft hingen noch dicke Rauchwolken und der Gestank von Verbranntem lag in der Luft, berichteten Augenzeugen.

Die beiden Festgenommenen seien angezeigt worden, sagte Polizeisprecher Simon Overland. Sie hätten sich "verdächtig benommen", seien aber nicht "in flagranti" erwischt worden. "Wir bitten alle Einwohner, verdächtiges Verhalten zu melden", sagte Polizeichefin Christine Nixon. Soziologen meinen, dass die Brände vor allem von jungen Leuten gelegt werden, die sich wichtig tun wollen oder von Benachteiligten, die sich an der Gesellschaft rächen wollen.

 Insgesamt meldete die Feuerwehr am Donnerstag noch zwölf große Brände. Nach Angaben von Nixon sind die Brandstifter auch nach dem verheerenden Wochenende mit den vielen Toten weiter aktiv. "Jeder normale Mensch wäre entsetzt, aber es gibt Anhaltspunkte dafür", sagte sie. Rund 125 Beamte ermittelten auf Hochtouren. Bis Ende der Woche sollen Fahndungsbilder von verdächtigen Brandstiftern veröffentlicht werden. Die Polizei verfolgt auch Plünderer, die sich nach Angaben von Einwohnern über verlassene Häuser hermachten.

 Am vergangenen Wochenende wurden 5000 Menschen obdachlos, 1 200 Häuser wurden zerstört und fast eine halbe Million Hektar Land brannten ab. Der Premierminister von Victoria, John Brumby, räumte ein, dass die Menschen nicht schnell genug gewarnt worden waren. Die Telefonnetze seien überlastet gewesen. In Zukunft würden auch SMS an Handys versendet, sagte er.

 Ein freiwilliger Feuerwehrmann, der die ganze Woche bei den verheerenden Bränden in Einsatz war, kam bei einem Feuer in seinem eigenen Haus ums Leben. Russell Pitt konnte von seinen Kollegen in Melbourne nur noch tot geborgen werden, berichtete die Feuerwehr am Donnerstag. "Es ist einfach nicht fair, nach allem, was er geleistet hat, und dann liegt er im Bett (und stirbt). Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist", sagte Feuerwehrsprecher Peter Smith.

 (dpa)

[12-02-2009_Berichte]

 

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Unser Känguru-Maskottchen
(auch wenn es hier mehr wie ein Osterhase aussieht)

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