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Von Michael Lenz, 10.02.09, 22:41h / Kölner Stadtanzeiger

Brandstiftung aus Langeweile

 

Erschreckend: Mindestens die Hälfte der Feuer, die Australiens Süden seit Tagen in Atem halten und bisher über 180 Menschenleben forderten, wurden mutwillig gelegt. 100 Polizisten machen sich nun auf die Suche nach den Brandstiftern.

Katastrophe_01Die australische Feuerwehr kämpft fast vergeblich gegen die Waldbrände.

(Bild: dpa)

 

 

 

 

 

 

Melbourne - Mindestens die Hälfte der Brände in Australien, so schätzen Experten, gehen auf Brandstiftung - absichtliche oder fahrlässige - zurück. Dabei seien weniger Grundstücksspekulationen der Grund, sondern eher Langeweile oder die Sucht nach Aufmerksamkeit - mit tödlichen Folgen. Mindestens 180 Menschen starben in Flammen und Rauch bei den verheerenden Buschfeuern im Südosten Australiens. Nun fahndet die Polizei mit einer 100 Mitarbeiter starken Spezialeinheit nach den Brandstiftern. Eine Spezialeinheit mit dem Namen „Phönix“ soll alle durch die Brände verursachten Todesfälle untersuchen. Brandstifter könnten wegen Mordes angeklagt werden. Premierminister Kevin Rudd sprach von „Massenmord“.

Die Polizeichefin des Bundeslands Victoria, Christine Nixon, zeigte sich zuversichtlich, die Urheber der Brände zu fassen: „Wir werden diese Leute verfolgen und jeder, der eine Information zu haben glaubt, oder etwas Seltsames bei einem Feuer bemerkt hat, soll mit uns in Kontakt treten.“ Die Feuerwehrleute glaubten nicht an eine natürliche Ursache der Feuer.

„Wir sind sprachlos bei dem Gedanken, dass die Brände gelegt worden sein könnten“, sagte Premierminister Rudd vor dem australischen Parlament. Brandstiftung sei ein Übel, das die Nation beseitigt werden müsse. In den betroffenen Orten machte sich Zorn über die Brandstifter breit. „Diese Leute sollten Leichen aus Autos bergen", sagte Daryl Paine, dessen Haus in Gippsland abgebrannt war.

 Die Zahl der Todesopfer stieg am Dienstag auf mindestens 181. Der Premierminister des am schwersten betroffenen Bundesstaates Victoria, John Brumby, fürchtete gar einen Anstieg der Totenzahl auf mehr als 200. Es sei davon auszugehen, dass Dutzende Opfer noch nicht gefunden seien. Am Dienstag waren 24 Feuer weiter außer Kontrolle; allein in dem Gebiet um Gippsland war die Feuerfront 135 Kilometer breit.

Premierminister Rudd zufolge wurden mindestens 500 Menschen durch die Flammen verletzt und fast 1000 Häuser zerstört, 5000 Menschen wurden obdachlos. Eine Fläche von 365 000 Hektar fiel den Flammen zum Opfer, deutlich mehr als die Fläche des Saarlandes. Nach Angaben von Wohltätigkeitsorganisationen spendeten die Australier bisher umgerechnet bereits 15,4 Millionen Euro für die Betroffenen in den Katastrophengebieten. Auch die internationalen Hilfsangebote mehren sich. US-Präsident Barack Obama bot der Regierung in Sydney die Hilfe der USA im Kampf gegen die Buschfeuer an. Die australischen Buschfeuer gehören weltweit zu den folgenschwersten Flächenbränden überhaupt. (afp, rtr)

 

 

 

10.02.2008 / express

Austaliens Hölle
Über 200 Tote erwartet

 

 Sydney - Die verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens fordern immer mehr Opfer. Die Zahl der Toten könnte auf mehr als 200 steigen, teilte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, John Brumby, nach Angaben des Senders ABC mit. Offiziell wurden bislang 181 Opfer bestätigt. Viele von ihnen wurden auf der Flucht vor den meterhohen Flammen in ihren Autos eingeschlossen und verbrannten. Bislang seien noch nicht alle Leichen identifiziert.

 Auch Christine Nixon, die Polizeichefin von Victoria, rechnete mit zahlreichen weiteren Toten. Die Ermittler arbeiteten sich bei ihren Untersuchungen "von Straße zu Straße, von Haus zu Haus" vor, sagte sie. Eine vorläufige Bilanz der Todesopfer werde vermutlich erst am Ende der Woche feststehen.

 Die Feuerwehren riefen die Bewohner gefährdeter Gebiete auf, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

 Ebenso wie in Victoria kämpfen die Feuerwehren auch in den Bundesstaaten New South Wales und South Australia weiter gegen die Flammen.

 Unterdessen fahndet die Polizei nach Brandstiftern. Eine aus 100 Beamten bestehende Sonderkommission soll die Ursachen der Brände klären. Aus den Ergebnissen sollten Lehren gezogen werden, damit sich ein solches Desaster nicht wiederholen kann, sagte Brumby.

[10-02-2009_Berichte]

 

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(auch wenn es hier mehr wie ein Osterhase aussieht)

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