Logo Nahbereich

Erstellt 08.02.09, 17:33h, aktualisiert 10.02.09, 11:50h / Kölner Stadtanzeiger

Mehr als 200 Tote in Australien
Brandstifter für viele Feuer verantwortlich

 

Bei den verheerenden Buschbränden im Süden Australiens könnte die Zahl der Toten auf mehr als 200 steigen. Victoria gehört zu den am schlimmsten betroffenen Regionen. Die Hälfte der verheerenden Brände in Australien sind nach Ansicht von Experten von Brandstiftern gelegt worden.

Katastrophe_01Tausende Helfer kämpfen gegen die Flammen.

(Bild: dpa)

 

 

 

 

 

 

 Sydney - Bei den verheerenden Buschbränden im Süden Australiens könnte die Zahl der Toten auf mehr als 200 steigen. Das teilte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, John Brumby, nach Angaben des Senders ABC mit. Victoria gehört zu den am schlimmsten betroffenen Regionen. Offiziell wurden bislang 173 Tote bestätigt. Viele von ihnen seien noch nicht identifiziert.

 Ebenso wie in Victoria kämpfen die Feuerwehren auch in den Bundesstaaten New South Wales und South Australia weiter gegen die Flammen. Unterdessen fahndet die Polizei nach Brandstiftern. Eine aus 100 Beamten bestehende Sonderkommission soll die Ursachen der Brände klären. Aus den Ergebnissen sollten Lehren gezogen werden, damit sich ein solches Desaster nicht wiederholen kann, sagte Brumby.

 In den Katastrophengebieten sind auch schwere Räumfahrzeuge der Armee unterwegs. Viele Menschen wurden auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos eingeschlossen und verbrannten. Die Feuerwehren riefen die Bewohner gefährdeter Gebiete auf, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

 Die Hälfte der verheerenden Brände in Australien sind nach Ansicht von Experten von Brandstiftern gelegt worden. Allerdings würden die Schuldigen nur selten gefasst, da die Verbrechen leicht zu begehen seien und oft ohne ersichtliches Motiv verübt würden. Der Kriminologe Damon Muller sagte am Dienstag, dass meist Langeweile und die Sucht nach Aufmerksamkeit hinter den Taten stecke. Premierminister Kevin Rudd bezeichnete die Brandstifter indes als "Massenmörder". Allein im südöstlichen Bundesstaat Victoria seien 100 Ermittler auf der Suche nach den Brandstifter.

 In Kinglake und Marysville, 100 Kilometer nordöstlich von Melbourne, steht kaum noch ein Haus. Insgesamt wurden mindestens 750 Gebäude zerstört, 350 000 Hektar Wald sind verbrannt. Das einst malerische Waldressort Marysville wurde zum "Tatort" erklärt, weil die Polizei von Brandstiftung ausgeht. Der Regierungschef von dem am schlimmsten betroffenen Victoria geht inzwischen von mehr als 200 Toten aus. "Es gibt immer noch viele Leichen, mehr als 50, die noch nicht identifiziert worden sind." Die offizielle Zahl der Toten wurde am Dienstag weiterhin mit 173 angebene. Schon jetzt starben in den verheerenden Brände doppelt so viele Menschen wie bei dem Flammeninferno 1983.

 Neben Victoria wüteten die Feuer am Dienstag auch in New South Wales und South Australia weiter. Viele Menschen machten den fatalen Fehler und harrten in ihren Häusern aus, kämpften gegen die Flammen oder versuchten in letzter Minute zu fliehen. Dabei würden immer noch viele von den Flammen überrascht und in ihren Autos eingeschlossen. "Die Menschen müssen verstehen, dass eine zu späte Flucht meistens tödlich ausgeht", sagte ein hochrangiger Feuerwehrmann. Oft kämen die Flammen ohne Vorwarnung und sehr schnell. "Und plötzlich ist das Feuer da, aber kein Löschfahrzeug vor der Hauseinfahrt", warnte er.

 Die Behörden gehen davon aus, dass die Brände noch eine Woche anhalten werden. Rettungseinheiten werden aus dem ganzen Land herangezogen. In Neuseeland stehen 100 Feuerwehrleute für einen Einsatz bereit, aus den USA könnte im Laufe der Woche ein Team in den von den Flammen heimgesuchten Gebieten eintreffen. (dpa)

 

 

 

08.02.2009 / express

Australien
Feuer-Katastrophe! Mindestens 96 Tote

 

 Sydney - Bei den verheerenden Bränden im Südosten Australiens haben bislang mindestens 96 Menschen ihr Leben verloren.

 Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen könnte.

 Jetzt herrschen Panikzustände in der Region. Ein Arzt vom Alfred Hospital in Melbourne berichtete, die Straßen in den betroffenen Gebieten seien gesäumt von Autos, die in Panik verlassen wurden.

 "Man wird vermutlich noch zahlreiche Menschen finden, viele von ihnen dürften nicht überlebt haben", vermutete der Mediziner.

Zahlreiche der etwa 400 Brände waren außer Kontrolle. 30.000 freiwillige Helfer und 37 Löschflugzeuge kämpften gegen das Feuer. Jetzt sollen die Streitkräfte eingreifen.

 Starke Winde und große Hitze um die 45 Grad treiben seit Freitag die Flammen voran, die im dürren Holz und Gestrüpp reiche Nahrung finden. Die oft absichtlich gelegten Brände zerstörten hunderte Häuser.

 Marysville nördlich von Melbourne sei fast von der Landkarte verschwunden, berichteten australische Medien. Von den Häusern der rund 1000 Einwohner stünde nur noch eine Hand voll, berichtete eine Reporterin. In anderen Städten sehe es nicht viel besser aus. Eine Frau sagte, ihre Wohnort sei nicht mehr wiederzuerkennen.

 Explodierende Gasflaschen verschärften zusätzlich die Lage. Vom Feuer besonders betroffen sind Gebiete nördlich von Melbourne im Bundesstaat Victoria. "Dies ist eine absolute Tragödie für den Bundesstaat und wir glauben, dass die Zahlen noch höher werden könnten", erklärte der stellvertretende Polizeichef des Bundesstaates Victoria, Kieran Walshe.

"Da draußen tobt die Hölle auf Erden", sagte Victorias Ministerpräsident John Brumby. "Das Ausmaß der Katastrophe übertrifft jede Vorstellung. Einige der Feuer waren einfach nicht zu kontrollieren", sagte er. Die Flammen seien teilweise vier Stockwerke hoch gewesen.

 Der australische Premierminister Kevin Rudd reiste nach Victoria, um sich selbst ein Bild von den Zerstörungen zu machen. Nach Angaben des staatlichen Meteorologen Terry Ryan sind die Feuer so stark, dass sie ihr eigenes Wetter schaffen: "Wir nennen das einen Pyrokumulus." Dabei reißt die heiße Luft Asche mit nach oben. Die entstehenden dunklen Wolken erinnern an einen Gewittersturm.

 In Melbourne wurden Temperaturen von 46 Grad gemessen. Der Wind trieb Rauch auch über Australiens größte Stadt Sydney. Dort herrschten an drei aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen von mehr als 40 Grad - ein Hitzerekord.

 Um weitere mutwillig gelegte Brände zu verhindern, schlossen die Behörden mehrere Nationalparks. Es sind die schlimmsten Brände, die Australien je erlebt hat.

 Im Nordosten des Kontinents kämpften die Helfer dagegen nach starken Regenfällen gegen die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Große Teile von Queensland - rund eine Million Quadratkilometer - sind betroffen. Dutzende Häuser sind zerstört.

 Weil viele Straßen überflutet sind, können Rinderherden nicht mehr mit Futter versorgt werden; damit sind zehntausende Tiere in Gefahr. Ein weiterer Regentag könnte dazu führen, dass die Stadt Ingham evakuiert werden muss, hieß es. Bürgermeister Pino Giandomenico sprach von einem "Desaster".

[08-02-2009_Berichte]

 

skyline_Koeln_mittel
Schild Sydney
Makottchen

Unser Känguru-Maskottchen
(auch wenn es hier mehr wie ein Osterhase aussieht)

Unterstützt durch:

Logo_DoMotorsport320x240
dom-motorsport